Jason & Chiara – Leseprobe

Love and Hockey 8: Jason & Chiara

Prolog

Von Chiara.Ave@ConcordiaU.ca  

An John.Dev@ConcordiaU.ca

Betreff: Abgabe Essay Philosophie Grundkurs

Sehr geehrter Professor Declan,

ich weiß, ich bin spät dran, Abgabe ist in zwanzig Minuten –, aber diverse Haustiere haben mein Essay gegessen. (Kleiner Scherz, mein Computer hat nicht in den Rachen meines Hamsters gepasst, ich hab es versucht).

Nein, ich bin spät dran, weil ich Immanuel Kants Zitat »Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen« sehr ernst genommen und mein finales Essay »Kant: Philosoph oder Philodoof?« für Ihren anregenden Kurs mit besonders großer Sorgfalt verfasst habe.

Ich hoffe, Ihnen gefällt meine persönliche Sicht der Dinge.

Mit freundlichen Grüßen

Chiara Avelar

Von John.Dev@ConcordiaU.ca

An Chiara.Ave@ConcordiaU.ca 

Betreff: Falsche Mailadresse

Hey Chiara,

sorry, bin nicht Professor Declan. Hab weder Mundgeruch noch trage ich immer dasselbe Hawaiihemd. Du hast die falsche Mailadresse eingegeben. Seine ist: John.Dec@ConcordiaU.ca

Fürchte, du musst dein Essay noch mal schicken. Obwohl ich dir raten würde, die Chance zu nutzen, um es neu zu schreiben …

J

Von Chiara.Ave@ConcordiaU.ca 

An John.Dev@ConcordiaU.ca

Betreff: FUUUUUUUUUUUUUCK!

Was?! Fuck, Shit! Du bist schuld daran, dass ich mein Essay nicht rechtzeitig abgegeben habe! Gott, wenn ich nächstes Semester noch einmal Kack-Philosophie belegen muss, sterbe ich. Ich hab mich das letzte Mal so sehr gelangweilt, als meine Mitbewohnerin mir ihre Knopfsammlung gezeigt hat. Shit, Shit.

Und was soll das heißen, ich sollte es neu schreiben?!

Chiara

PS: Herzlichen Glückwunsch zu deinem frischen Atem und annehmbaren Kleidungsstil.

Von John.Dev@ConcordiaU.ca

An Chiara.Ave@ConcordiaU.ca 

Betreff: Re: FUUUUUUUUUUUUUCK!

Ich bin schuld? Du bist Studentin, du solltest dazu in der Lage sein, eine Mailadresse richtig abzuschreiben.

Und ich hab dein Essay gelesen. Es besteht zu zehn Prozent aus Fakten, zwanzig Prozent aus Schimpfwörtern und siebzig Prozent aus deiner persönlichen – sehr negativen! – Meinung zu Kant.

J

PS: Von was für Knöpfen reden wir hier? Hemdsknöpfe? Oder große, rote, über denen Nicht Drücken! steht?

Von Chiara.Ave@ConcordiaU.ca 

An John.Dev@ConcordiaU.ca

Betreff: Re: Re: FUUUUUUUUUUUUUCK!

Jo, J: Ich mache mir Sorgen um dich. Warum liest du fremde Philosophie-Essays? Hast du kein Leben? Geh raus und wirf ein Frisbee oder besuch eine Party. Wer liest freiwillig was über Immanuel Kant? Ich hoffe, deine Eltern wissen, dass sie irgendeinen grundlegenden Fehler in deiner Erziehung gemacht haben.

Außerdem: Ich hab die Mailadresse richtig abgeschrieben … Ich konnte nur meine Handschrift nicht mehr lesen. (Aber es heißt, je klüger man ist, desto schlimmer sei die Handschrift. Deswegen haben Ärztinnen so eine Sauklaue! Möglicherweise bin ich also ein Genie.)

Und ich darf ja wohl in einem Essay meinen eigenen Standpunkt vertreten. Sie wollen doch immer, dass wir unsere Jahre auf dem College dazu nutzen, selbst zu denken. Das habe ich gemacht.

Chiara

PS: Es sind Knöpfe, die sie auf dem Boden findet. Einer war ziemlich sicher getrockneter Ziegendung. Aber ich hab es nicht übers Herz gebracht, es ihr zu sagen. Sie war so stolz! Und ich mag sie sonst eigentlich echt gern.

Von John.Dev@ConcordiaU.ca

An Chiara.Ave@ConcordiaU.ca 

Betreff: Re: Re: Re: FUUUUUUUUUUUUUCK!

Chiara,

deine Sorge rührt mich, aber ich habe mehrere Anmerkungen zu deiner letzten Mail. Erstens: Wie alt bist du, dass du glaubst, Frisbees wären noch ein Ding? Zweitens: Lesen ist Bildung und Bildung ist wichtig (obwohl ich in deinem Essay wohl nur gelernt habe, dass deine A-Taste geklemmt hat und du sowohl deinen Professor als auch Kant für sexistisch hältst).

Mir gefällt übrigens deine Fußnote zu dem Zitat: »Die Weiblichkeiten heißen Schwächen. Man spaßt darüber; Toren treiben damit ihren Spott, Vernünftige aber sehen sehr gut, daß sie gerade die Hebezeuge sind, die Männlichkeit zu lenken und sie zu jener ihrer Absicht zu gebrauchen.« Ich gebe dir recht, dass es nicht mehr zeitgemäß ist, Frauen als manipulative Miststücke darzustellen, die sich nur für ihre Schönheit interessieren. Aber streich lieber den Nachsatz: Oder, Professor Declan? Sie sind so alt, Sie mögen schon zu der Zeit gelebt haben, aber sicher sind Ihre Ansichten fortschrittlicher! Kommt ein wenig passiv-aggressiv rüber.

Drittens: Ich gehe zurzeit nicht wirklich auf Partys, bin Sportler und muss körperlich fit bleiben.

Viertens: Wirst du Ärztin? Ansonsten ist deine Sauklaue nicht entschuldbar!

J

PS: Woher weißt du so genau, wie Ziegendung aussieht?

Von Chiara.Ave@ConcordiaU.ca 

An John.Dev@ConcordiaU.ca

Betreff: Re: Re: Re: Re: FUUUUUUUUUUUUUCK!

Hey J,

was hast du gegen Frisbees? Sie sind rund und bunt. Und wenn man high ist, kann man so tun, als wären sie UFOs, die gekommen sind, um herablassende Arschlöcher wie Professor Declan zu holen und in ein schwarzes Loch zu werfen. Wie kann man sie nicht lieben?

Und schade. Hatte gar nicht auf passiv-aggressiv abgezielt. Eher auf aggressiv-aggressiv. Professor Declan IST sexistisch. Meine Theorie war: Wenn ich es ihm vorwerfe, kann er mich nicht durchfallen lassen – würde ja sexistisch wirken. Freut mich, dass zumindest mein Standpunkt zum Prof rüberkam.

Was für einen Sport machst du? Oh, nein, verrate es mir nicht. Ich will raten. Du spielst Fußball?

Und nope, ich werde keine Ärztin. Kann kein Blut sehen und mir wird in Krankenhäusern immer mulmig. Ich studiere Marketing. (Oje, das klingt im selben Absatz wie das Wort Ärztin jetzt so unehrenhaft.)

Chiara

PS: Hab die letzten Jahre vorm College bei meiner Tante auf einer Farm gewohnt. Ich kann den Dung einer Menge Tiere unterscheiden. Ist meine Superkraft. Was ist deine?

Von John.Dev@ConcordiaU.ca

An Chiara.Ave@ConcordiaU.ca 

Betreff: Re: Re: Re: Re: Re: FUUUUUUUUUUUUUCK!

Chiara,

würde sehr gern mal einen Joint mit dir rauchen. Hört sich lustig an. Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass – sollten Aliens je die Erde infiltrieren! – wir Menschen insgesamt keine guten Überlebenschancen haben. Sie werden einen Blick auf die Zerstörung werfen, die wir angerichtet haben, und uns einfach ausnahmslos auslöschen. Weil das Universum ohne uns besser dran ist.

Und natürlich habe ich deinen Standpunkt verstanden: Kant ist scheiße, seine Texte sind unverständlich, und er hätte sich persönlich für die Aufforstung des Regenwalds einsetzen sollen, weil er mit seinen wirren Worten eine Menge Papier verschwendet hat und seinetwegen zu viele unschuldige Bäume sterben mussten. Ich mochte, als du ihn als Hochschwafler bezeichnet hat. Die Mischung aus Hochstapler und Schwafler sollte sich durchsetzen. Ich bezweifle allerdings, dass dein Philosophie-Professor so laut gelacht hätte wie ich. Ich glaub, er teilt deine persönliche Sicht nicht, dass Kant zusammen mit einer Tüte Hundekot angezündet werden sollte.

Ich werde übrigens ignorieren, dass du mir Fußball angehängt hast. Fußball ist kein Sport. Jeder, der was anderes behauptet, lügt.

Ich finde Marketing übrigens nicht unehrenhaft. Wenn du deine Seele verkaufen willst, dann ist das dein gutes Recht!

J

PS: Warum hast du bei deiner Tante gewohnt?

Von Chiara.Ave@ConcordiaU.ca 

An John.Dev@ConcordiaU.ca

Betreff: Musste mal den Betreff ändern. Finde diese Unterhaltung gar nicht mehr so FUUUUUUUUCK!

Hey J,

und da bezeichnest du mein Essay als schlecht. Dabei hast du doch genau verstanden, was ich ausdrücken wollte.

Was die Alien-Sache angeht: Sprich für dich selbst! Aliens würden mich lieben. Erstens: Ich bin insgesamt äußerst liebenswert. Jeder mag mich. Das weiß ich, weil ich jeden, den ich treffe, frage, ob er mich mag. (Ich hab da möglicherweise ein Selbstbewusstsein-Problem! Ich arbeite dran. Ich meine, ich hab an meinem ersten Tag am College morgens um sieben Kekse gebacken, damit ich süß rieche und mir wortwörtlich niemand widerstehen kann! Erbärmlich, oder?) Zweitens: Wie gesagt, ich studiere Marketing und weiß, wie ich mich verkaufe. (Und entschuldige, aber von einem Sportler, der vermutlich davon träumt, reich zu werden und eine Frau an jedem Finger zu haben, lasse ich mir meine Seele nicht absprechen!) Drittens: Ich hab eine sehr hohe Stirn und die riesigen Augen eines Koboldmakis. Vermutlich sehe ich den Aliens also ähnlich und sie nähmen mich einfach kommentarlos in ihre Reihen auf. Wenn du willst, könnte ich ein gutes Wort für dich einlegen, aber das würde ich dich kosten lassen!

Chiara

PS: Das Jugendamt hat beschlossen, dass meine Eltern kein gutes Umfeld für mich sind, und mich nach Kanada zu meiner Tante geschickt. Komme eigentlich aus Oregon. Alles sehr tragisch, und jaja, es tut dir leid … bla bla bla … Es ist alles gut.

PPS: Du bist Schwimmer.

Von John.Dev@ConcordiaU.ca

An Chiara.Ave@ConcordiaU.ca 

Betreff: Re: Musste mal den Betreff ändern. Finde diese Unterhaltung gar nicht mehr so FUUUUUUUUCK!

Hey Chiara,

sorry, wollte eher schreiben. Musste nach deiner letzten Mail Kekse kaufen gehen. Und ich finde es überhaupt nicht erbärmlich, dass du willst, dass Leute dich mögen. Als ich neu zu meinem Sportprogramm dazugestoßen bin, war ich am Morgen so nervös, dass ich mich zweimal übergeben musste. Ich hab die erste Woche kein Wort rausgekriegt, aus Angst, das Falsche zu sagen, und mitbekommen, wie jemand hinter meinem Rücken gefragt hat, ob ich taubstumm oder nur dumm wäre. Ich glaub, ich hätte abgebrochen, wenn mein Bruder mich nicht dazu überredet hätte, es noch eine weitere Woche zu versuchen. Wünschte, du hättest mir den Keks-Back-Trick früher verraten! Das probiere ich das nächste Mal.

Und was müsste ich dir im Gegenzug für deinen persönlichen Schutz vor den Aliens geben?

J

PS: Okay, verstanden. Du willst nicht drüber reden. Und weil ich Feingefühl besitze, werde ich dich nicht dafür verurteilen, dass du Amerikanerin bist!

PPS: Kein Schwimmer.

Von Chiara.Ave@ConcordiaU.ca

An John.Dev@ConcordiaU.ca

Betreff: Re: Re: Musste mal den Betreff ändern. Finde diese Unterhaltung gar nicht mehr so FUUUUUUUUCK!

Hey J,

bist du denn froh, im Sportprogramm geblieben zu sein?

Ich kann mir vorstellen, dass der Wunsch, professioneller Athlet zu werden, mit einer Menge Druck und Erwartungen und körperlichen Schmerzen einhergeht. Ich zumindest hoffe jedes Mal, wenn ich mich zum Joggen durchringe, dass mich ein Asteroid trifft, damit das Leid endlich ein Ende hat!

Und für einjährigen Schutz gegen etwaige Alien-Entführungen verlange ich: einen hübschen Knopf, selbstgebackene Kekse, ein Kompliment, das von Herzen kommt – und eine Million Dollar.

Hochachtungsvoll, die geehrte Alien-Beauftragte

Chiara

PS: Hab ich dir eigentlich erzählt, dass ich heute selbst meinen ersten spannenden Knopf gefunden habe? Er war aus Perlmutt und wunderschön und ich glaub, ich behalte ihn. Oh Gott, J. Vielleicht fang ich meine eigene Sammlung an …

PPS: Football?

Von John.Dev@ConcordiaU.ca

An Chiara.Ave@ConcordiaU.ca

Betreff: Re: Re: Re: Musste mal den Betreff ändern. Finde diese Unterhaltung gar nicht mehr so FUUUUUUUUCK!

Hey Chiara,

ich bin froh, geblieben zu sein. Ich liebe, was ich tue. Ich könnte mir nicht vorstellen, etwas anderes zu machen. Aber … ich glaub, zurzeit machen mich vor allem das College- und gleichzeitige Trainingspensum fertig. Die meisten meiner Teammitglieder lassen die Uni einfach schleifen, aber ich hab ein Stipendium und muss einen bestimmten Notendurchschnitt halten. Weißt du, alle meinen immer, das College sei die beste Zeit überhaupt – aber ich kann es nicht wirklich genießen. Ich freu mich drauf, wenn das Ganze vorbei ist und mein Leben endlich richtig anfängt.

In den letzten Wochen wächst mir alles ziemlich über den Kopf und ich bin nur frustriert und wütend und genervt (außer wenn ich dir schreibe, selbstverständlich!), und ich weiß nicht, wie ich aus diesem Teufelskreis ausbrechen soll. Ich mache nämlich sehr dumme Dinge, wenn mich etwas unfassbar stresst. Gestern zum Beispiel habe ich das Auto des Dekans bis zum Dach mit Marshmallows gefüllt.

Wegen der Aliens schreib ich dir noch mal, wenn ich meine erste Million verdient habe!

J

PS: Ich frage mich, ob Knöpfe besser oder schlechter als Briefmarkensammeln sind …

PPS: Nope. Nicht Football.

Von Chiara.Ave@ConcordiaU.ca

An John.Dev@ConcordiaU.ca

Betreff: Mein Held!

Alter, J, das mit den Marshmallows warst du?!

Du bist mein Held! Der Kerl hat es verdient, dafür, dass er abgesegnet hat, dass Declan mich ernsthaft durchfallen lässt. Ich muss das Essay nachschreiben. Würg.

Tut mir leid, dass du im Moment so gestresst bist. Weißt du, was ich tue, wenn mir alles zu viel wird? Meine Tante hat es mir beigebracht, als ich in den ersten Monaten bei ihr … nun, sagen wir, Schwierigkeiten hatte, mich mit meiner Situation zurechtzufinden. Es sind drei Schritte. Erstens: Ich bastle kleine Männchen aus Weintrauben und Zahnstochern – und trete drauf. Es ist so albern, aber ich habe jedes Mal das Gefühl, übermächtig zu sein. Zweitens: Ich kaufe Eiswürfel, stelle mir vor, es sind meine Sorgen, und zertrümmere sie draußen auf dem Boden. Meine Tante meinte damals: Du machst sie kalt. Und Gott, ich fand den Witz so dämlich! Aber mittlerweile muss ich darüber schmunzeln und an sie denken und … es hilft irgendwie. Drittens: Ich suche mir einen Berg, stapfe hoch und schreie die Welt an. Ich nehme immer dasselbe Mantra: »Du kannst tun und lassen, was du willst – du wirst nicht ändern, wer ich bin. Und wer ich bin, ist gut.«

Es wirkt alles albern, aber … vielleicht probierst du es mal aus!

Ich halte es für ungesund, dir einzubilden, dass dein Leben noch nicht angefangen hat. Du erreichst jeden Tag etwas. Kleine Dinge, die für andere einen Unterschied ausmachen. Gestern zumindest hast du eine fremde Marketingstudentin zum Lachen gebracht, obwohl sie einen Scheißtag hatte, weil sie herausgefunden hat, dass sie ihr blödes Philosophie-Essay neu schreiben muss. Das ist ziemlich cool, wenn du mich fragst! Solltest du stolz drauf sein.

Chiara

PS: Wenn du anfängst, mir zu erklären, dass Briefmarken cooler als Knöpfe sind, kann ich dich überhaupt nicht mehr ernst nehmen!

PPS: Basketball?

Von John.Dev@ConcordiaU.ca

An Chiara.Ave@ConcordiaU.ca

Betreff: Hat ernsthaft geholfen.

Danke. Auch für deine Worte.

J

PS: Kein Basketball.

PPS: Ich wünschte, ich hätte deine Art der Stressbewältigung früher gekannt. Ich hätte sie schon so oft gebraucht. Als ich in der neunten Klasse meinem Trainer eine runtergehauen habe, weil er meinte, ich würde niemals professionell spielen. Nach meinem ersten Kuss, bei dem ich mein Date so fest gebissen habe, dass es geblutet hat …

Von Chiara.Ave@ConcordiaU.ca

An John.Dev@ConcordiaU.ca

Betreff: Re: Hat ernsthaft geholfen.

Freut mich, dass es geholfen hat!

Chiara

PS: Ich hab den Kerl, der mir meinen ersten Kuss gegeben hat, vor Schreck von der Mauer gestoßen, auf der wir saßen. Ich würde mir keine Gedanken machen.

Von John.Dev@ConcordiaU.ca

An Chiara.Ave@ConcordiaU.ca

Betreff: Frohe Weihnachten!

Sag mal, gratuliert man seiner Mail-Freundin, die man noch nie persönlich getroffen hat, zum siebenmonatigen Schriftverkehr-Jubiläum?

Falls nicht, wünsche ich dir bloß frohe Weihnachten, Chiara! Wie geht es dir?

J

Von Chiara.Ave@ConcordiaU.ca

An John.Dev@ConcordiaU.ca

Betreff: Re: Frohe Weihnachten!

Ich hasse Weihnachten, J. Also nimm es bitte zurück.

Ansonsten geht es mir gut. Midterms sind durch. Meine Knopfsammlung umfasst mittlerweile stolze vier Exemplare. Was will man mehr vom Leben?

Chiara

PS: Oh mein Gott – wir schreiben schon sieben Monate miteinander?!

Von John.Dev@ConcordiaU.ca

An Chiara.Ave@ConcordiaU.ca

Betreff: Re: Re: Frohe Weihnachten!

Was hast du gegen Weihnachten? Allergisch gegen Rot und Glitzer?

Und ich schwör, ich kann keinen Knopf mehr ansehen, ohne an dich zu denken!

J

PS: Ich weiß. Finde es auch verrückt.

Von Chiara.Ave@ConcordiaU.ca

An John.Dev@ConcordiaU.ca

Betreff: Re: Re: Re: Frohe Weihnachten!

Es ist nicht Weihnachten im Speziellen. Eigentlich sind es alle Feiertage. Jeder fährt zu seiner Familie nach Hause und … Ich weiß nicht. Ich verbinde Weihnachten mit einer Menge Geschrei, Vorwürfen und der Polizei. Meine Tante gibt sich wirklich Mühe, mir ein schönes Fest zu bescheren, aber sie besitzt eine ganze Farm, um die sie sich kümmern muss, und meistens habe ich das Gefühl, eher im Weg herumzustehen und sie von Wichtigerem abzuhalten. Keine Ahnung. Es ist nicht sonderlich besinnlich, und ich hasse, wenn andere Leute mir davon erzählen, wie wundervoll glücklich sie über die Feiertage waren. Wie läuft Weihnachten bei dir ab?

Chiara

PS: In den letzten sieben Monaten hast du … professionell Curling gespielt?

Von John.Dev@ConcordiaU.ca

An Chiara.Ave@ConcordiaU.ca

Betreff: Re: Re: Re: Re: Frohe Weihnachten!

Nach der Mail will ich dir nur ungern von meinem Weihnachten erzählen. Wir haben supertraditionelle, gemütliche Fressorgien mit Gesang und allem Drum und Dran. Ich verbringe tatsächlich sehr gern Zeit mit meiner Familie … Ja, ich finde es auch seltsam …

Und ich weiß, du willst kein Mitleid, aber wie wäre es stattdessen mit Mitgefühl? Es hört sich an, als wärst du an Feiertagen immer etwas einsamer als sonst, und das kann ich nachvollziehen. Es gibt diese Momente, in denen ich das Gefühl habe, vollkommen losgelöst von der Realität zu sein. Meistens, wenn ich mit Leuten rede, die nicht mich, sondern nur meine Leistung kennen. Dann kommt es mir vor, als würden alle mich anstarren, aber nicht sehen. Ich verspüre keinerlei Verbindung zu … nichts und niemandem. Ergibt das Sinn?

Mir hilft dann, meinen Bruder anzurufen. Vielleicht solltest du dich in solchen Augenblicken bei deiner Tante melden und ihr von deinen Ängsten erzählen.

Auf jeden Fall: Das nächste Mal, wenn du dich einsam fühlst … stell dir einfach vor, dass ich gerade vermutlich an dich denke. Du bist also zumindest im Geiste nicht allein.

Apropos … Was hältst du davon, wenn ich dein Weihnachten besser mache und wir uns nach den Feiertagen endlich mal persönlich treffen? Ich würde dich sehr gern auf ein Date einladen.

J

PS: Curling?! Dein Ernst?

Von Chiara.Ave@ConcordiaU.ca

An John.Dev@ConcordiaU.ca

Betreff: Re: Re: Re: Re: Re: Frohe Weihnachten!

Hey J,

das ergibt sogar sehr viel Sinn für mich. Manchmal weiß ich nicht, ob jemand mich mag oder nur die Person, die ich spiele. Und dann frag ich mich, wer ich überhaupt bin, und kann nicht mehr nachvollziehen, wann ich nur so tue, als wäre ich glücklich, und wann ich wirklich glücklich bin. Wann ich vorgebe, etwas zu mögen, um dazuzugehören, oder es wirklich so meine.

Es ist furchtbar anstrengend. Aber danke für dein Verständnis, und vermutlich hast du recht damit, dass ich mit meiner Tante sprechen sollte.

Was deine andere Frage angeht – oh Mann, ich fühle mich blöd. Ich würde dich sehr gern persönlich kennenlernen, aber tatsächlich habe ich vor ein paar Wochen angefangen, mich mit jemandem zu treffen … und ich mag ihn ziemlich gern. Mit dir auf ein Date zu gehen, wäre nicht fair ihm gegenüber. Er stellt mich heute seiner Familie vor – na ja, seinem Bruder zumindest. Aber laut ihm ist das der wichtigste Teil seiner Familie! Meine Güte, er vergöttert den Kerl. Ich bin mir ziemlich sicher, heute entweder den Weihnachtsmann oder Jesus zu treffen, so wie er über ihn redet. Egal. Wir könnten uns natürlich trotzdem rein freundschaftlich treffen? Falls es heute schlecht läuft, überlege ich mir das mit dem Date vielleicht noch mal! (Das ist nicht ganz fair, jetzt hoffe ich fast, dass es schlecht läuft. Ich dachte ehrlich gesagt, dass du lieber nur mein Brieffreund bleiben willst? Was du definitiv weiter sein kannst! Ich mag es, mit dir zu schreiben. Es fühlt sich ein wenig an, als wärst du mein Tagebuch … nur dass du mir antwortest.)

Alles Liebe

Chiara


Shit.

Shit, Fuck, Shit.

Mit den flachen Händen schlug Jason auf seine Schreibtischplatte, sodass sein Laptop beinahe davon heruntersprang. Er hatte das Zeitfenster verpasst! Gott, er hätte Chiara früher um ein Date bitten sollen. Aber er war in den letzten Monaten so gestresst gewesen. Nach dem Summer Break hatte er neben den brutalen Trainingseinheiten und seinem überfüllten Lehrplan das Gefühl gehabt, ohnehin keine Energie für ein Date oder gar eine Freundin zu haben …

»Fuck!« Er kniff die Augen zusammen und legte den Kopf in den Nacken. Wie hatte er sich die Chance entgehen lassen können? Nur weil er zu viel zu tun gehabt hatte!

Gleichzeitig fühlte er sich absolut albern. Warum war er so lächerlich enttäuscht? Er hatte Chiara noch nie gesehen. Er wusste weder, wie sie aussah, noch ob sie im echten Leben auch nur ansatzweise Chemie besaßen …

Aber sie war so witzig. Klug. Einfühlsam. Ihm war absolut egal, wie sie aussah. Er hatte sich noch nie so verstanden gefühlt. Noch nie mit einer seiner Ex-Freundinnen geredet wie mit Chiara. Er hatte das Gefühl, sich in eine Mailadresse verknallt zu haben, und bei dem Gedanken daran, lachte er laut auf.

Gott, wenn er das seinen Teamkameraden erzählte, sie würden ihm den Vogel zeigen. Aber der Gedanke, dass diese fantastische Frau jemand anderen datete …

»Fuck«, wiederholte er und presste die Hände auf sein Gesicht. Es war schon okay. Chiara ging offenbar noch nicht lang mit dem Kerl aus. Vielleicht zerbrach die Beziehung. Und wenn sie wieder single war, würde er nicht so lange warten. Bis dahin konnten sie Freunde bleiben. Was hielt sie davon ab, sich trotzdem unverfänglich auf einen Kaffee zu treffen? Sie …

Es klopfte an seiner Tür und hastig schlug er den Laptop zu. Joe holte ihn wie jeden Freitagmittag zum Essen ab. Sein älterer Bruder war der Überzeugung, dass Jason zu hart arbeitete, und fühlte sich persönlich dafür verantwortlich, ihn zu Pausen zu zwingen. Insgeheim war Jason ihm dankbar dafür. Das tägliche Training, die Kurse, die er parallel besuchen musste, der Leistungsdruck von beiden Seiten … Es machte ihn beizeiten wahnsinnig. Er liebte Eishockey, und sobald er auf dem Eis stand, vergaß er all seine Sorgen und Ängste. Er wollte es so verdammt sehr in die NHL schaffen, doch ohne Joe, der ihm täglich einredete, dass er definitiv das Zeug dazu hätte und irgendwann als Starspieler für Millionen verkauft werden würde, hätte er den Campus vermutlich schon längst verlassen.

Es klopfte erneut.

»Jaja«, erwiderte er und stand auf. »Sei nicht so ungeduldig. Damit erinnerst du mich an Mom.«

Er öffnete die Tür und Joe grinste ihn an. »Hey, JJ. Ich freue mich auch, dich zu sehen. Mom ist übrigens eine klasse Frau. Ich fühle mich geehrt, mit ihr verglichen zu werden.«

Jason verdrehte die Augen. Es war unmöglich, seinen Bruder aus dem Konzept zu bringen. Joe wurde einfach nie wütend. Er war ruhig und geduldig und immer fair. Nie neidisch, nie missgünstig.

Gott, es wäre entnervend, wenn Jason nicht so sehr von seiner gelassenen Art profitieren würde. Denn er war nie gelassen. Er hatte schon mal eine Nachtigall vor seinem Fenster angeschrien, weil sie ihn nicht hatte schlafen lassen. Auf dem Eis mehr Schlägereien angefangen als jeder seiner Mitspieler. Er besaß zu viel Energie, zu viele angestaute Emotionen, zu viel … von allem. Bei Joe allerdings konnte er herunterfahren wie bei niemand anderem.

»Okay, wo gehen wir heute hin?«, wollte er wissen und zog seine Jacke von einem Haken neben der Tür.

»Gleich.« Joe sah sich über die Schulter um. »Ich warte noch auf jemanden.«

Er hob die Augenbrauen. »Auf wen? Wieso …«

»Oh mein Gott, tut mir leid!«, erklang eine atemlose weibliche Stimme und Füße klatschten auf den hässlichen Linoleumboden. »Ich hab mich verlaufen, ich war noch nie in diesem Gebäude – und ich bin froh drum. Hast du dir mal die hässliche Fassade und diesen schrecklichen Boden angesehen? Sie sollten die Studiengebühren für jeden halbieren, der hier wohnen muss. Und ihnen eine Therapie bezahlen.«

Joe lachte leise und in der nächsten Sekunde zog er eine junge Frau an der Hand neben sich. Sie küsste Jasons Bruder auf die Wange, dann wandte sie sich ihm zu.

»Hey, du musst Jason sein. Joe redet andauernd von dir. Ich bin Chiara.«

Sie streckte die Hand aus, doch Jason ergriff sie nicht. Stattdessen starrte er sie an. Sie hatte riesige haselnussbraune Augen, hellbraune Haare, die ihre Schultern streiften. Sie trug einen roten Mantel und unförmige Winterstiefel. Und ihr Lächeln war so breit und frei und ehrlich, dass er es bis tief in seinen Magen spürte.

Sie war die verdammt schönste Frau, die er je in seinem Leben gesehen hatte.  

»Oh mein Gott, ein Knopf!« Chiara ließ die Hand sinken, bückte sich und klaubte einen schwarzen, schlichten Knopf vom Boden auf. »Darf ich den mitnehmen?« Fragend sah sie ihn an. »Meine Mitbewohnerin sammelt sie und ich habe irgendwie auch damit angefangen.« Sie lachte. Der Ton bereitete ihm Gänsehaut und ließ sein Herz zucken. Sie bekam es allerdings überhaupt nicht mit, sondern schaute mittlerweile zu seinem Bruder. »Mist, so was wollte ich eigentlich nicht vor Date Nummer fünf verraten. Sorry. Aber ich werde möglicherweise zu einer dieser Frauen, die mit dreißig eine Schublade besitzen, in der sich ausschließlich alte, verlorene Knöpfe befinden!«

Joe betrachtete sie, als würde er sie auch noch nehmen, sollte sie selbst zum Knopf werden. Und Jason verstand es.

Er kannte sie. Sie war Chiara. Sie war … einzigartig.

Und die Freundin seines Bruders.

Fuck.

Kapitel 1

Von Chiara.Ave@ConcordiaU.ca 

An John.Dev@ConcordiaU.ca

Betreff: Ziegenkot

Hey J,

hast du manchmal auch das Gefühl, dass das Schicksal darauf wartet, dass es uns so richtig, richtig gut geht? Dass es uns einen Tag schenkt, an dem wir den letzten Parkplatz bekommen, zwanzig Dollar in einer alten Jackentasche finden, einen Regenbogen am Himmel sehen, wegen einer falschen Bestellung kostenlos Schokoladenkuchen frühstücken … nur damit wir völlig unvorbereitet sind, wenn es uns hinter der nächsten Biegung Ziegenkot und Steine ins Gesicht wirft?

Chiara

PS: Ich weiß, ich muss wirklich aufhören, über Ziegenkot zu reden, aber diese ganz bestimmte Fäkalie verbinde ich jetzt einfach mit dir! Auf die beste Art und Weise.


Etwas mehr als acht Jahre später …

Jason Devreaux hatte eine Glückssträhne.

Hätte ihm vor einem Jahr jemand erzählt, dass er mehr fühlen konnte als Wut, Trauer, Beklommenheit und Scham, hätte er demjenigen mit gerecktem Mittelfinger einen Puck gegen die Schläfe geschlagen. Doch es war genauso, wie Joe, der Bastard, dessen Optimismus selbst sein Tod nicht hatte brechen können, gesagt hatte: Es wird alles scheiße sein. Für eine Weile. Und dann irgendwann nicht mehr. Und ich warne dich, Jason. Wenn du mir für dein Unglück die Verantwortung gibst, dann werde ich im Himmel Bescheid sagen, dass sie dich lieber in die Hölle schicken sollen. Ich werde keine verdammte Ausrede sein.

Nun, Jason war in der Hölle gewesen. Länger, als er seinem Bruder je gestanden hatte. Und zumindest am Anfang hatte sie nichts mit dem beschissenen Krebs zu tun gehabt.

Es war auch irrelevant, der Mist lag hinter ihm. Der Januar war schlimm gewesen. Joes erster Todestag hatte sich angefühlt wie eine Faust in seinen Eingeweiden, Rasierklingen zwischen jedem Knöchel. Aber wenn er ehrlich war, trauerte er schon seit weit länger als einem Jahr um seinen Bruder, und diesmal zumindest hatte er ein Team gehabt, das ihn nicht mit Samthandschuhen anfasste. Fox, ihr Captain, hatte eine Ausnahme für das sonstige Trinkverbot während der Saison verhängt, und gemeinsam hatten sie auf Joe angestoßen. Jason war so verdammt gerührt gewesen, dass er mehr als nur eine Träne vergossen hatte. Und das war okay gewesen. Er hatte sich weder unwohl gefühlt noch geschämt. Keiner hatte gelacht, niemand ihm den Eindruck vermittelt, dass er seine Emotionen verbergen müsste. Stattdessen hatten ihm alle auf die Schulter geklopft und gemurmelt, dass er Bescheid sagen solle, wenn er etwas brauchte.

Zu den Hawks zu wechseln, war die verdammt beste Entscheidung gewesen, die er je getroffen hatte. Er hatte den Neuanfang mehr gebraucht als seinen nächsten Atemzug.

Jetzt war bereits Februar, und Joe wäre stolz darauf, dass er ihn nicht mehr als Ausrede dafür nutzte, dass alles scheiße war.

Denn es war nicht alles scheiße. Im Gegenteil.

Er hatte am Morgen eine Viertel Millionen Dollar dafür überwiesen bekommen, dass er halb nackt mit einer Flasche Whiskey posierte – und wofür trank er so viele Proteinshakes und verbrachte so viel Zeit auf der Stemmbank, wenn nicht dafür, Tausenden von Fremden seine Bauchmuskeln zu präsentieren? Seine Haare rochen nach Himbeeren. Sein Orangensaft zum Frühstück hatte keine Stückchen gehabt. Er hatte gestern zum Einschlafen eine Doku über Mondfische gesehen, die sein Leben verändert hatte. Seinem besten Freund Leevi hatte auf dem Weg von der Garage zum Stadion eine Taube auf die Schulter gekackt, was ihn sehr glücklich gemacht hatte. Also Jason, nicht Leevi. Sie waren auf dem besten Weg in die Playoffs, seine Statistiken waren so gut wie nie, und gestern hatte er ernsthaft darüber nachgedacht, ob er nicht anfangen sollte, wieder zu daten.

Das Leben war verdammt gut! Scheiße, selbst halbherzige Beleidigungen kratzten nicht einmal an seinem völlig normal großen – okay, heute vielleicht ein bisschen aufgeblasenen – Ego.

»Solltest du nicht genug Geld für ein paar Schönheits-OPs haben, Devreaux? Oder warum läufst du immer noch mit der Fresse herum?«

Er grinste und beugte sich vor. »Krieg dauernd alles kostenlos, weil Menschen Mitleid mit mir haben. Und deine Mutter meinte zumindest gestern im Bett, dass mein Gesicht gar nicht mein wichtigstes Körperteil wäre.«

Trevors Nasenflügel blähten sich, doch er hatte keine Zeit für eine Antwort. Der Puck fiel aufs Eis, Sticks krachten gegeneinander. In der Mitte kämpften Fox, der Center der Hawks, und McGavin, der Center der Las Vegas Kings, darum. McGavin gewann, passte den Puck zu Trevor. Doch der Stürmer war unkonzentriert. Es war so leicht, ihm den Puck vom Schläger zu stehlen, wie einem Baby Süßigkeiten aus der Hand. Jason schlug die Scheibe zu Leevi, der direkt hinter ihm stand, und das kontrollierte Chaos begann.

Euphorie und das berauschende Gefühl von Freiheit strömten durch Jasons Adern. Das Grölen der Zuschauer wich in den Hintergrund, bis er nur noch Kufen auf Eis und Gummi gegen Holz hörte.

Leevi gab den Puck an Fox ab, der nach vorn preschte. Eis spritzte, Jason skatete hinterher, bemerkte eine Lücke. Und Fox sah sie auch. Er schlug den Puck in seine Richtung, so verdammt zielsicher, dass Jason nicht einmal den Arm ausstrecken musste. Wind rauschte in seinen Ohren. Er fixierte das Tor, schlug einen Haken um Trevor, der versuchte, ihn von den Kufen zu fegen. Doch der Puck klebte förmlich an seinem Schläger, und nichts konnte seine Konzentration stören.

Der Goalie der Gegner ging in die Knie, wippte von rechts nach links, sodass Jason einen Blick auf die kreischenden Fans hinter ihm erhaschte … und es war nur eine Sekunde. Nur ein kleines Detail, das ihn sonst nie interessierte. Aber es gab eine Person, die nicht schrie. Große, haselnussbraune Augen, schulterlange braune Haare …

Er öffnete den Mund. Starrte sie an. Fuhr geradewegs am Tor vorbei und krachte mit vollem Karacho in die Bande.

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