Liebe und andere Schlagzeilen – Leseprobe

Kapitel 1

Es gab eine Menge Dinge, die Callie Panther verachtete.

Angefangen mit ihrem Vornamen: Calliope.  

Was für eine Tortur es gewesen war, mit einem solch arrogant klingenden Namen aufzuwachsen! Ihrem Zwillingsbruder war es wenigstens vergönnt gewesen, den Namen des ersten Autos ihrer Mutter zu tragen. Cooper war ein schicker, schlichter Name. Über ihren Namen jedoch hatte ihr steifer, vornehmer und etwas aufgeblasener Vater entscheiden dürfen und so war sie nach der Muse der epischen Dichtung benannt worden. Eine klare Fehlentscheidung, wenn sie das bemerken durfte. Bis jetzt war sie nämlich nur Schöpferin von ein paar Wutanfällen und Inspiration für den Namen eines Sandwichs im Restaurant neben ihrer ehemaligen Wohnung gewesen.

Dann verachtete sie noch die Leute, die keinen Senf auf ihr Hotdog machten, sondern Mayonnaise. Die Menschen, die eine abfällige Bemerkung nach der anderen machten, aber in Tränen ausbrachen, sobald man sie kritisierte. Außerdem jeden Kommentar, der mit dem Ausdruck „Ich möchte ja nicht …, aber“ anfing. 

Ja, sie verachtete eine Menge, aber hassen tat sie nur weniges.

Eltern, die an ihrem Smartphone hingen, während ihr Kind nahe eines Bahnübergangs spielte, zum Beispiel. Braune Smarties, die einem vorspielten, gesünder als der Rest zu sein. Rassistische Polizisten.

Aber nichts, nichts hasste sie mehr als die Presse.

Die Blutsauger, die ihre Nase in fremde Angelegenheiten steckten, Geheimnisse auf Titelseiten breittraten und am laufenden Band Gerüchte verbreiteten. Gierige Fotografen, die ihre Privatsphäre verletzten, sich durch Hecken wühlten, auf Mauern kletterten, um mit einem dreckigen Schnappschuss die Welt am nächsten Skandal teilhaben zu lassen. Journalisten, Klatschreporter, Paparazzi. Gewissenlose Schleimscheißer, die mit nur ein paar verbogenen Wörtern und schäbigen Bildern Leben zerstörten – ohne Rücksicht auf Verluste.

Ihr Hass auf Menschen mit Diktiergerät und Schnappschusskamera hatte tiefe Wurzeln. Persönliche Wurzeln. Wurzeln, die einige Jahre lang ihr Leben bestimmt hatten. Doch darüber war sie hinweg. Damit hatte sie abgeschlossen. Sie war eine neue Person … was nicht bedeutete, dass sie darauf verzichten würde, den nächsten Typen, der „Bitte lächeln, Calliope“ schrie mit einer Harpune zu jagen und in die Marina zu werfen.

„Woher wissen sie, dass ich hier bin?“, zischte sie, schob die Sonnenbrille höher die Nase hinauf und die Kappe tiefer in ihr Gesicht. Das Blitzlichtgewitter prasselte auf sie nieder, blendete sie und ließ ihre Nackenhaare zu Berge stehen. Das letzte Mal, dass sie eine solche mediale Aufmerksamkeit bekommen hatte, war zwölf Jahre her … und das war keine Erinnerung, die sie gerne erneut durchleben wollte. „Woher zum Teufel wissen sie, dass ich heute lande? Ich habe es nur sechs Leuten verraten, verdammt!“

„Ich hab keine Ahnung“, murmelte Coop verbissen und zog den Arm enger um ihre Schultern, um sie durch die Masse an Kameras und Reportern zu bugsieren. Sie dachte nicht an vielen Tagen über die Muskeln ihres Bruders nach, aber heute war sie dankbar dafür, dass er sich ausschließlich von Proteinshakes zu ernähren schien. „Ich schwöre dir, wenn noch einer seinen Finger in dein Gesicht hält …“

Callie seufzte schwer. So wie sie ihn kannte, plante Coop bereits, wie er mit nur einem Faustschlag gleich drei Presseleute niederschlagen konnte. Er war ein Hitzkopf, seine Zündschnur in etwa so lang wie sein kleiner Finger. Aber Callie wollte nicht, dass er sich ihretwegen in Schwierigkeiten brachte. Das hatte er den Großteil seiner Jugend getan und sie würde dieses alte Muster nicht wiederaufleben lassen.  

Die Fotografen schrien weiter durcheinander, verlangten allerhand Posen, Gesichtsausdrücke, Informationen von ihr, doch sie ignorierte sie alle.

„Ist schon gut“, meinte sie und trat auf die Schiebetür zu, die sich automatisch öffnete. „Wir sind ja gleich beim Auto. Und mir war klar, dass die Presse die Rückkehr der verlorenen Tochter groß aufblasen würde.“

Die kalte Oktoberluft wehte ihr entgegen, biss in ihre Haut und ließ sie frösteln. Aber vielleicht war das auch nur der Ort an sich. Philadelphia konnte nichts dafür, aber die Stadt symbolisierte Versagen und Hilflosigkeit für Callie und das waren zwei Gefühle, mit denen sie sich schon längst nicht mehr identifizierte. Zwei Zustände, über die sie hinweggekommen war … und mit denen sie sich nie wieder hatte konfrontieren wollen. Und trotz allem war sie jetzt hier.

Shit, ihr Vater hatte ganze Arbeit geleistet. Typisch für ihn, dass er selbst aus fast 3000 Meilen Entfernung Kontrolle über ihr Leben ausüben konnte.

„Du warst nicht verloren“, bemerkte Coop schnaubend. „Du warst … im Urlaub.“

Sie lachte leise. „Zwölf Jahre lang? Mann, mein Leben muss fantastisch sein.“

„Das ist es“, bestätigte er mit Nachdruck. „Du hast eine Familie, die dich liebt, ein Dach über dem Kopf und einen Traum, den du verwirklichst. Was fehlt dir noch?“

Callies Mundwinkel zuckten. Coops Optimismus war beneidenswert. „Du hast recht. Ich habe eine überbesorgte Familie, die aus einem herrischen Vater, drei Helikopter-Brüdern und einer abwesenden Mutter besteht. Ich habe dein Dach über dem Kopf und einen Traum, der mich wahrscheinlich emotional wie auch finanziell ruinieren wird.“

„Das ist die positive Einstellung, für die ich dich liebe.“

Sie lachte trocken auf. Ach ja … manchmal wünschte sie sich, sie hätte das Geld aus ihrem Treuhandfond nicht komplett verschenkt. Ihr Leben wäre jetzt um einiges simpler gewesen, wenn sie die 50 Millionen Dollar, die sie mit fünfundzwanzig erhalten hatte, einfach behalten hätte.

„Du warst es, die es für klug hielt, kein finanzielles Polster zu haben, Callie“, las Coop ihre Gedanken. „Ich hab dir gesagt, dass du diesen dummen Gedanken irgendwann bereuen wirst.“

Sie stöhnte. „Ich weiß. Aber ich wollte hart arbeiten müssen! Mir selbst beweisen, dass ich auf eigenen Füßen stehen kann.“

„Und das hast du getan. Herzlichen Glückwunsch. Wie hoch wirst du dich mit deinem Projekt noch gleich in die Schulden reiten?“

Sie biss auf ihre Unterlippe. „Mit einer Million Dollar?“

Coop lachte leise. „Und du dachtest, einhunderttausend Dollar für schlechte Zeiten würden reichen!“

Na, das hätten sie ja auch, wenn sie ihrer Existenz nicht mit einem Herzensprojekt einen Sinn hätte geben müssen!

Aber Callie fiel es schwer, sich deswegen schlecht zu fühlen. Das erste Mal in ihrem Leben war ihr etwas wichtig. Sie hatte das Gefühl, eine Aufgabe zu haben. Etwas bewegen zu können. Etwas verändern zu können. Das erste Mal seit zwölf Jahren hatte sie ein Ziel, das sie erfüllte und zufriedenstellte. Und wenn das bedeutete, dass sie ihren Vater um ein Darlehen bitten und für ein paar Monate zurück nach Philadelphia kommen musste – dann war das so.

„Callie, wie lang werden Sie bleiben?“

„Callie, was machen Sie überhaupt hier?“

„Callie, ist es wahr, dass Sie pleite sind?“

Liebe Güte, woher hatte die verdammte Presse ihre Informationen? Konnten sie jetzt auch noch auf ihre Bankdaten zugreifen, oder was?

„Wie verdammte Hunde, die um einen Knochen betteln“, murmelte Coop düster, bevor sie zusammen die letzten Meter zu seinem Auto zurücklegten, das er widerrechtlich in der Ladezone vorm Flughafen geparkt hatte. Praktischerweise hatte der Nachname Panther eine abwehrende Wirkung auf Strafzettel oder Bußgelder jeglicher Art.

Coop nahm ihr den Koffer aus der Hand, öffnete ihr die Tür und schirmte sie mit seinem breiten Rücken vor den Reportern ab, während sie einstieg.

Ihr Herz zog sich schmerzhaft süß zusammen und sie drückte seine Hand, bevor sie sich auf den Beifahrersitz fallen ließ.

Coop beschützte sie. So wie mit sechs, als er ihrem Vater erzählt hatte, er wäre es gewesen, der das Schokoladeneis auf der weißen Couch gegessen habe. So wie mit zwölf, als er Timmy Robins niedergeschlagen hatte, weil er Callies Unterhose hatte sehen wollen. So wie mit vierzehn, als sie es das erste Mal auf die Titelseite einer Klatschzeitung gebracht hatte. Vollkommen besoffen mit dem Kopf in der Kloschüssel. Coop hatte jeden, der den Artikel auch nur erwähnt hatte, in den Boden gestampft.

Er hatte schon immer versucht, ihre Kämpfe für sie ausgetragen. Er war schließlich ihr acht Minuten älterer Bruder, es war seine Aufgabe. Und sie wusste, wie es ihn noch immer auffraß, dass er vor zwölf Jahren, als sie ihn am meisten gebraucht hätte, nicht für sie da gewesen war. Doch es war nicht seine Schuld gewesen. Er hatte sich auf der anderen Seite des Landes aufgehalten und seine eigenen Erfahrungen gemacht. Es war ihr Leben, sie trug die volle Verantwortung dafür – und im Nachhinein war ihr klitzekleiner, totaler Zusammenbruch das Beste gewesen, das ihr je passiert war. Denn nach L. A. zu ziehen und ein neues Leben anzufangen, war genau das, was sie schon immer gebraucht hatte. Es hatte sie zu der Person gemacht, die sie heute war. Einer Person, die nicht nur durch ihren Nachnamen definiert wurde.

Coop schlug die Tür hinter ihr zu, und im nächsten Moment waren die Schreie der Reporter nur noch ein dumpfes Rauschen.

Callie atmete tief durch und schloss die Augen. Sie versuchte sich einzureden, dass es die richtige Entscheidung gewesen war, herzukommen. Dass es klug gewesen war, ihr wunderschönes, gemütliches Leben in Los Angeles – ihr Zuhause, ihre Freunde und ihren Lieblingsitaliener – aufzugeben, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Sie redete sich ein, dass die Presse sich schon beruhigen würde. Dass sie bald merken würde, wie uninteressant sie war. Ihr Selbstgespräch nahm atemberaubende Ausmaße an, während sie gleichzeitig einfach nur dankbar für die Erfindung von getönten Scheiben war.

Großartig – eine halbe Stunde in Philadelphia und schon musste sie ihre Schläfen massieren, um gegen den penetranten Kopfschmerz anzugehen, der sie hinterrücks überfallen hatte, als sie aus dem Flugzeug gestiegen war.

Es ist eine Stadt, Callie. Kein tickendes Krokodil, das dir auch noch die andere Hand abbeißen will.

Der Lärmpegel von draußen nahm wieder zu, als Coop die Fahrertür öffnete und sich hinters Steuer setzte, hielt jedoch nur ein paar Sekunden an. „Man sollte meinen, du bist die Queen, die angekündigt hat, eine Karriere als professionelle Trampolinspringerin anzustreben“, bemerkte er griesgrämig und startete den Wagen. „Ich frag mich, ob die Presse immer noch so begeistert von dir wäre, wenn sie wüsste, dass du dir bis zum siebten Lebensjahr Gummibärchen in die Nase gesteckt hast.“

„Hey, du warst es, der mir die Gummibärchen angereicht hat!“, beschwerte sie sich.

Coop grinste sie an, bevor er vom Standstreifen fuhr. „Ich wollte sehen, ob du sie wirklich zwei Meter weit niesen kannst. Du kannst mir keinen Vorwurf dafür machen, dass ich ein so aufgeweckter, neugieriger Junge war, der unter deinem schlechten Einfluss gelitten hat.“

Sie schnaubte, musste gleichzeitig jedoch lachen. Gott, sie hatte ihn vermisst. Über die letzten Jahre hinweg hatten sie sich zwar alle paar Monate gesehen – Coop war schließlich der einzige Bruder, dem Callie ihre Adresse gegeben hatte –, aber es war nicht dasselbe gewesen.

Sie hatte es immer albern gefunden, wenn Leute sie gefragt hatten, ob sie spüren könnte, wenn es Coop schlecht ging. Schließlich waren sie Zwillinge und mussten eine spezielle Verbindung haben.

Nein, sie blutete nicht, wenn ihr Bruder blutete. Nein, sie war noch nie nachts mit einer dunklen Vorahnung aufgewacht und hatte gewusst, dass Cooper gerade etwas Schreckliches zugestoßen war. Nein, sie konnten nicht telepathisch miteinander kommunizieren – und dennoch hatte es sich in L. A. an manchen Tagen angefühlt, als würde ihr ein Arm fehlen. Oder die zweite Hälfte ihres Gehirns.

Sie betrachtete Coop über die Mittelkonsole hinweg, während sie auf den Highway fuhren. Egal, wie sehr sie sich anstrengte, sie sah in ihm noch immer den kleinen, schlaksigen Jungen, der ihr mit zehn erklärt hatte, dass es cool war, einen Zwilling zu haben – weil man dann nie allein sein musste.

Auch wenn er heute beim besten Willen nicht mehr als klein oder schlaksig zu bezeichnen war. Sein Leben als Adrenalinjunkie, das aus Freeclimbing, Extremskifahren und anderem Blödsinn bestand, wirkte anscheinend Wunder für seinen Muskelaufbau. Einzig die kurzgeschorenen schwarzen Haare und die stechend blauen Augen – ein Merkmal, das alle Panther-Geschwister miteinander teilten – waren noch dieselben.

Sie seufzte leise. „Hab ich dir schon mal gesagt, dass du mein Lieblingsmensch bist, Coop?“

Er lachte leise. „Bitte, das sagst du all deinen Brüdern.“

„Ja, aber bei dir meine ich es ernst.“

„Nein“, sagte er und schüttelte den Kopf. „Du magst Callum von uns am liebsten.“

Ihre Mundwinkel zuckten. Da war was Wahres dran. Callum war einfach etwas Besonderes. Er war definitiv das Panther-Familienmitglied mit dem größten und reinsten Herzen. „Aber nur, weil er mir von euch am wenigsten auf den Sack geht“, stellte sie klar.

„Weil er zu beschäftigt damit ist, sein hyperaktives Gehirn zu beruhigen und die Welt zu retten, um sich auch noch um deinen Mist zu kümmern.“

„Ja. Und du bist nun mal dumm genug, mir auf die Nerven zu gehen. Das ist deine Schuld.“

Coop seufzte theatralisch auf. „Bedeutet es gar nichts, dass ich neun Monate lang ein Zimmer mit dir geteilt habe?“

„Mamas Uterus war kein Zimmer. Es war eine dreckige, schleimige Kaschemme. Außerdem hatte ich keine Wahl. Ich hätte das Zimmer gerne für mich allein gehabt, aber du hast dich dickköpfig an der Eizelle festgeklammert, bis ich nachgegeben habe. Du warst schon damals ein Kamikaze-Embryo.“

„Und zweiunddreißig Jahre später teilen wir wieder ein Zuhause. So schließt sich der Kreis.“

Sie zog eine Grimasse. Tatsache war, dass sie sich keine eigene Wohnung leisten konnte. All ihr Geld war für die Anzahlung des Grundstücks, das sie für ihre Zwecke gekauft hatte, draufgegangen. Coopers Gästezimmer war sicher nicht ihre erste Wahl gewesen.

„Also, wegen der Wohnsituation“, sagte sie zögerlich. „Bist du sicher, dass du mich dahaben willst? Ich könnte auch zu Cal ziehen, er würde wahrscheinlich nicht einmal merken, dass ich da bin.“

„Schwachsinn, du wohnst bei mir. Cal würde dich aus Versehen zusammen mit seinen Drohnen in die Luft jagen.“

Durchaus im Bereich des Möglichen. „Schön … aber bist du dir wirklich sicher, dass du das aushältst, Coop? Du wirst deinen Sexkonsum minimieren müssen.“

Coop drückte vor einer Ampel abrupt auf die Bremse und sah sie entgeistert an. „Was? Warum?“

„Weil ich da bin!“

„Na und? Ich kann doch in ihre Wohnung gehen.“ Er winkte ab. „Du machst dir zu viele Gedanken. Ich bin pflegeleicht, schon vergessen? Das wird lustig.“

Na, wenn er das sagte. Callie würde ohnehin eine Menge zu tun haben. Ihr erster Termin war morgen Nachmittag und am darauffolgenden Tag würde sie endlich das Haus ansehen, das sie sich für ihr Vorhaben ausgeguckt hatte. Sie hoffte, dass es nur halb so schlimm war, wie die Bilder hatten vermuten lassen.

„Es ist ja auch nicht für immer“, sagte sie und stützte ihre Knie an der Armatur ab. „Ich werde wahrscheinlich ohnehin nur ein paar Monate in Philadelphia bleiben.“

„Mhm“, machte Coop abwesend, die Lippen zu einer dünnen Linie gepresst.

Callie verdrehte die Augen. „Ich habe euch von Anfang an gesagt, dass das hier nicht für die Ewigkeit sein wird, Coop!“, sagte sie warnend. „Ich habe ein Leben in Los Angeles, und wenn alles glatt läuft, werde ich noch dutzende weitere Jugendzentren eröffnen. Das in Philly wird nur das erste sein. Danach werde ich zurückziehen.“

Coop seufzte schwer und warf ihr einen düsteren Seitenblick zu. „Wenn du das sagst … dann wird es wohl genauso passieren.“

Misstrauisch verengte sie die Augen in seine Richtung. „Das wird es. Und egal, was Cole plant – es wird sich nichts ändern.“

Ihr ältester Bruder hatte die schlechte Angewohnheit, mit allen Mitteln seinen Willen durchzusetzen. Als Anwalt und Besitzer der Delphies, der hiesigen Baseballmannschaft, war das wohl eine gute Eigenschaft. Als seine kleine Schwester, die sich nicht den Willen ihrer Familie aufzwingen lassen wollte, war das furchtbar.

„Jaja“, sagte Coop unzufrieden, während die ersten Ansätze der Philadelphia Skyline am Horizont auftauchten. „Apropos Cole: Er wollte dir eine Willkommensparty schmeißen.“

Schockiert sah sie ihn an. Das Familienessen morgen Abend war schon schlimm genug! „Du hast es ihm ausgeredet, oder?“

„Natürlich habe ich das … sie warten trotzdem in meiner Wohnung auf dich.“

Callie zog eine Grimasse. Sie liebte ihre Brüder sehr, es war nur … „Gott, sie werden mich lauter unangenehme Dinge fragen. Zum Beispiel wie es mir geht oder warum ich mich die letzten zwölf Jahre so wenig bei ihnen gemeldet habe. Und Cal wird wissen wollen, was ich mit seiner blöden Drohne gemacht habe, die sie auf mich gehetzt haben!“

„Ach, Quatsch“, meinte Coop kopfschüttelnd. „Sie werden einfach froh sein, dich zu sehen. Mehr nicht.“

„Unglaublich, die verlorene Tochter ist zurück“, bemerkte Cole zwanzig Minuten später kopfschüttelnd und zog sie fest in die Arme. „Wie geht es dir? Warum zum Teufel hast du dich nicht öfter besuchen lassen? Ich konnte dir nicht einmal eine Weihnachtskarte schicken, weil du ja niemandem deine Adresse geben wolltest!“
„Und was ist mit meiner Drohne passiert?“, wollte Callum wissen, als er Cole in der Umarmung ablöste.

„Ihr habt mich damit ausspioniert! Die Drohne hat bekommen, was sie verdient.“

Ungläubig sah Cal sie an. „Was? Weißt du, wie teuer das Teil war?“

„Teurer als meine Privatsphäre?“, fragte sie gespielt neugierig.

„Meine Güte, hör auf mit deiner Drohne“, meinte Cole schnaubend. „Sie war nicht dein Roboterkind. Lass Callie lieber erzählen, wie es ihr geht.“

Vorwurfsvoll sah Callie zu Coop.

„Ups“, formte der nur mit den Lippen und verschwand im nächsten Moment nach links in die Küche. Hoffentlich, um ihr Alkohol zu bringen.

Sie wusste, dass Cole und Cal es gut mit ihr meinten, doch über die Jahre hatte sich die höfliche Floskel „Wie geht es dir?“ aus dem Mund ihrer Familie zu einem besorgten Kontrollzwang entwickelt.

„Mir geht es sehr gut“, sagte sie und gab sich Mühe dabei, nicht allzu genervt zu klingen. „Tatsächlich ging es mir nie besser.“

Es war die Wahrheit.

Cole und Cal wechselten einen skeptischen Blick, nickten jedoch. „Das ist … gut zu hören“, sagte Cole langsam und kratzte sich am Kopf.

„Ja, ist es“, bestätigte sie. „Und was ist mit euch beiden? Geht es euch gut?“

Sie zog ihren Koffer rechts ins Wohnzimmer hinein und sah sich kurz um. Coop hielt nicht viel von Farbe. Sie lenkte die Frauen, die er herbrachte, zu sehr ab. Er setzte auf schwarz und grau, weil das seine Eroberungen zu weniger Gesprächen anregte.

Eine breite Ledercouch und der dazu passende Sessel dominierten den Raum, einige Schwarz-Weiß-Bilder, die verschiedene architektonisch beeindruckende Gebäude zeigten, hingen an den Wänden. Keines auch nur ansatzweise so groß wie der Flatscreen Fernseher an der gegenüberliegenden Wand. Ein Kickertisch besetzte die eine Ecke, eine Dartscheibe die andere. Callie fühlte sich, als wäre sie in einen Film mit dem Namen Der Junggeselle gestolpert. Gott sei Dank war sie jetzt hier und konnte Coop vor sich selbst retten.

„Ich komm klar“, meinte Cal abwesend, den Blick auf sein Handy gerichtet.

„Ja, ich auch“, bestätigte Cole.

„Wirklich?“, fragte Callie neugierig, schnappte Cals Handy aus seiner Hand – ihm würde es wirklich guttun, mehr mit Menschen als mit Maschinen zu kommunizieren – und ließ sich auf die Couch fallen. „Hast du immer noch eine Freundin, Cole?“

Er zog eine Grimasse und setzte sich neben sie. „Sag das nicht so.“

„Wie denn?“

„Als hätte ich eine Frau entführt, um sie dazu zu zwingen, mit mir zusammen zu sein.“

Callie lachte. Alte Gewohnheit. „Sorry, ich formuliere es um: Wie geht es deiner Freundin?“

„Ebenfalls gut, danke der Nachfrage. Sie ist auf der Arbeit, freut sich aber, dich morgen Abend persönlich kennenzulernen“, murmelte Cole. „Und es ist überhaupt gar nicht so merkwürdig, wie ihr immer behauptet, dass ich jetzt vergeben bin.“

Doch, war es. Die Panther-Geschwister verbanden drei Eigenschaften: die blauen Augen, die schwarzen Haare und ihre Unfähigkeit, eine gesunde Beziehung zu führen.

Callie gab ihren Eltern die Schuld, die einen verdammt guten Job darin gemacht hatten, ihnen zu zeigen, wie eine Beziehung auf keinen Fall funktionierte, aber nie dazu gekommen waren, ihnen zu erklären, wie man sich normalerweise in einem intimen Verhältnis verhielt. Und dass gerade Cole, der König der Distanziertheit, jemanden gefunden hatte, mit dem er sein Leben verbringen wollte, war … absurd. Aber gleichzeitig auch schön. Denn es bedeutete, dass noch Hoffnung für sie bestand.

„Er hat Savannah gefragt, ob sie bei ihm einziehen will“, bemerkte Callum und lächelte breit. „Aber sie hat Nein gesagt. Es sei zu früh. Sie möchte nicht, dass er auf dumme Ideen kommt wie Heirat und Kinder. Denn dafür sei sie noch nicht bereit.“

Ungläubig sah Cole ihn an. „Woher zum Teufel weißt du das?“

„Frauen reden mit mir, Cole“, meinte er achselzuckend.

„Welche? Die aus Plastik?“

„Oh, reden wir über Coles Unfähigkeit, Savannah festzunageln?“, stimmte Coop mit ein, der mit einem Sixpack Bier aus der Küche kam.

„Ich nagel sehr gut, danke“, sagte Cole düster.

Callie verzog das Gesicht. „Eklig.“

„Es war Coops Wortwahl!“

„Ja, er ist ja auch noch schlimmer als du. Der Einzige, der respektvoll mit Frauen umgehen kann, ist Callum.“

„Weil er nie rausgeht und keine trifft“, gab Coop zu bedenken.

„Ich treffe genug Frauen“, sagte Cal gelassen. Es war äußerst schwer, ihn aus der Fassung zu bringen.

„Die von World of Warcraft zählen nicht“, meinte Coop kopfschüttelnd und reichte Bierflaschen herum.

Cal schnaubte nur. „In welchem Zeitalter lebst du? Ich spiele Fortnite.“

„Das ist ein Kinderspiel, Cal.“

„Nein, den Tag damit zu verbringen, aus Flugzeugen zu springen und Wände hochzuklettern, so wie du es tust, ist ein Kinderspiel, Coop. Und nur, weil dein letztes vernünftiges Date drei Monate zurückliegt, musst du deine Frustration nicht an mir auslassen.“

„Was soll das heißen? Ich habe andauernd Dates!“

„Die Kellnerin deiner Lieblingsbar aufzureißen und mit ihr zwei Minuten über eine merkwürdige Wolkenformation am Himmel zu reden, bevor du sie mit zu dir nach Hause nimmst, ist kein Date. Google wird dir das bestätigen!“

Coop murmelte etwas, das sich sehr nach „Klugscheißer“ anhörte, bevor er einen Schluck von seinem Bier nahm.

Callies Mundwinkel zuckten und eine wohlige Wärme breitete sich in ihrem Magen aus. Ja, ihre Brüder waren Idioten. Aber es waren ihre Idioten. Und es war offensichtlich, dass sie einen positiven weiblichen Einfluss brauchten! Sie würde die Monate hier gut zu nutzen wissen.

„So, da wir den Small Talk jetzt hinter uns haben“, sagte Cole laut und öffnete seine Flasche, bevor er den Öffner an Callie weiterreichte. „Können wir dann bitte zu der Frage kommen, die wir uns alle die letzten Wochen über gestellt haben?“

Cals und Coops Blicke flogen automatisch zu Callie, bevor sie betreten auf ihre Füße sahen.
Oh nein. Sie ahnte Böses, und das warme Gefühl in ihrem Bauch wurde zu einem nervösen Flattern. „Was für eine Frage ist das?“, wollte sie zögerlich wissen. „Ob Schokolade besser ist als Chips?“

Cole schüttelte den Kopf. „Nein. Jeder weiß, dass Schokolade besser ist. Was wir wissen wollen … warum hast du dir Geld von Dad geliehen, wenn du es ebenso gut von uns hättest haben können? Das wäre mit sehr viel weniger Stress für dich verbunden gewesen und wir hätten dir sicherlich keinen dummen Deal vorgeschlagen. Außerdem: Was zum Teufel ist mit deiner eigenen Kohle passiert?“

Callie seufzte schwer und versteckte sich einige Momente lang hinter ihrer Bierflasche. Coop war der einzige, dem sie erzählt hatte, dass sie ihr Geld gespendet hatte … und natürlich hatte Cole recht. Anders als jede Bank, die sie gefragt hatte, hätte jeder von ihnen ihr das Geld mit Freude gegeben. „Mein Geld ist … weg. Und ich wollte unsere Beziehungen nicht belasten“, erklärte sie und hob die Achseln. „Die Beziehung zu Dad kann gar nicht mehr schlimmer werden. Doch ihr … Ich will nicht das Gefühl haben, euch etwas zu schulden, okay?“

Außerdem ging es nicht nur ums Geld. Ihr Deal umschloss nicht nur die eine Million Dollar – die sie ihm natürlich zurückzahlen würde! Wenn das Jugendzentrum auf lange Sicht funktionieren sollte, brauchte sie Investoren. Leute, die ihr jährlich Spenden bereitstellten. Und so leid es ihr tat … dafür brauchte sie Medienpräsenz. Ihr Dad war Medienmogul, ihm gehörten ein Haufen TV-Sender, Zeitungen – es wäre dumm von ihr, das nicht auszunutzen. Auch wenn ihr Stolz es ihr eigentlich verbot.

„Okay“, sagte Cole ungeduldig. „Ich verstehe. Aber …“ Er zögerte und strich über das Etikett seiner Flasche. „Callie, weißt du, was du da tust? Bist du sicher, dass du dir nicht zu viel auflädst? Das ganze Projekt wird verdammt anstrengend. Das werden eine Menge Zahlen sein, mit denen du dich beschäftigen musst.“
„Ach, tatsächlich?“, sagte sie trocken. „Wie gut, dass ich einen Master in Finance im Müll gefunden und ihn an meine Wand gehängt habe.“

„Es geht nicht nur um die Arbeit an sich“, meinte Coop. „Die Idee ist wunderbar und es ist toll, dass du dich für Jugendliche mit problematischem Hintergrund einsetzen willst. Aber die Presse wird jeden deiner Schritte verfolgen. Sie wird alte Kamellen auspacken und neu aufwärmen. Sie wartet seit zwölf Jahren darauf, dass du zurückkommst.  Wir wollen nur nicht, dass du … na ja …“ Er brach ab und blickte erwartungsvoll zu Callum.

Der zog die Augenbrauen zusammen, sodass sie unter dem Rand seiner Brille verschwanden. „… dich übernimmst?“, bot er unsicher an.

Dankbar deutete Cooper mit dem Finger auf ihn. „Genau das.“

Callie presste die Lippen aufeinander und ließ den Blick langsam von einem Gesicht zum nächsten schweifen. „Nur damit ich das richtig verstehe“, sagte sie langsam. „Ihr haltet mich für einen zerbrechlichen Zweig, der unter dem Druck der Presse zusammenbrechen, erneut zu Drogen greifen, sich auf zweiundfünfzig Kilo hinunterhungern und letztendlich im Krankenhaus landen wird. Wie letztens noch. Vor beschissenen zwölf Jahren!“

„Ich habe dir gesagt, dass wir es nicht hätten ansprechen sollen“, flüsterte Coop unzufrieden in Coles Richtung.

„Wir haben überhaupt nichts angesprochen“, zischte er. „Ich habe es getan. Und wir waren uns einig, dass wir es zumindest erwähnen sollten.“

„Ich sitze hier, Cole! Ich kann euch hören!“, fuhr Callie ihn wütend an. „Und denkt ihr allen Ernstes, dass mir nicht klar ist, auf was ich mich eingelassen habe?“ Herrgott, sie dachte seit einem halben Jahr an nichts anderes. Warum, glaubte er, hatte sie es immer wieder vor sich hergeschoben, diesen Flug zu buchen?

Ja, sie hatte Angst – nein, Panik! –, dass sie wieder in alte Muster zurückfallen würde. Diese ganze Stadt war eine einzige schlechte Erinnerung. Eine Essstörung verlor man nicht. Man lernte nur, mit ihr umzugehen. Und das tat sie jeden Tag aufs Neue. Was die Drogensache anging … sie war nie süchtig gewesen. Der Tag, an dem sie im Krankenhaus gelandet war, war das erste und letzte Mal gewesen, dass sie zu dem kleinen, weißen Helferlein gegriffen hatte. Auch wenn ihr das niemand glaubte. Der Auslöser, der zu dieser Fehlentscheidung geführt hatte, würde sich ohnehin nicht wiederholen können. Deswegen machte sie sich keine Gedanken. Vielmehr hatte sie Angst, was der Druck der Presse mit ihr anstellen würde.

Ja, sie war keine zwanzig mehr. Sie war stärker geworden. Sicherer in dem, wer sie war. Sie wusste, was sie konnte und was nicht. Aber ebenso wusste sie, dass sie drei Jahre Therapie gebraucht hatte, um dieses Selbstbewusstsein zu erlangen.

Dennoch: Sie würde ihr Leben nicht von diesem einen Vorfall bestimmen lassen. Sie konnte nicht vergessen, was passiert war, aber sie konnte versuchen, es zu verarbeiten. Und wenn sie Philadelphia in ein paar Monaten verließ, hatte sie hoffentlich Frieden mit der Stadt geschlossen.

„Ich weiß, dass es schwer wird“, sagte sie gereizt und umklammerte ihre Bierflasche fester. „Ich weiß, dass es anstrengend wird. Ich weiß, dass es alte Wunden aufreißen wird und ich weiß, dass die Presse mir Stolpersteine in den Weg werfen wird. Aber das alles ist kein Grund, sich zu einem Ball einzurollen und weinend in der Ecke zu sitzen! Wisst ihr: Anstatt euch Sorgen um mich zu machen, könntet ihr mich einfach mal unterstützen. Ich bin erwachsen geworden. Ich bin kein Kind mehr, das sich die falschen Freunde gesucht hat und mit den Konsequenzen leben muss. Ein wenig Vertrauen wäre nett.“

„Wir vertrauen dir!“, sagte Cole hastig. „Wir wollen dir nur helfen. Wir wissen, dass du nicht mehr dieselbe bist. Wirklich.“

„Nein, das tut ihr nicht! Ihr unterschätzt mich. Ihr schützt mich, wo ich nicht geschützt werden muss!“, fuhr sie ihn an. Es war so typisch! Sie sahen immer noch das Mädchen vor sich, das so todunglücklich gewesen war, dass es aufgehört hatte, richtig zu funktionieren. Das Mädchen, das sie nicht hatten retten können, weil sie zu spät gemerkt hatten, was los war.

Cole schüttelte den Kopf. „Callie, du hast keine Ferien im Krankenhaus gemacht! Du lagst ein paar Stunden auf der Intensivstation, Herrgott!“

„Ich weiß, Cole!“, sagte sie zornig. „Ich war dabei. Aber das ist eine Ewigkeit her! Ich bin zufrieden mit meinem Leben. Mit dem, was ich erreicht habe. Stolz sogar! Ich bin ein anderer Mensch.“ Und sie würde ihrer Familie verdammt noch mal beweisen, dass sie zu allem fähig war, was sie sich in den Kopf setzte.

Ihre Brüder starrten sie an, sagten jedoch nichts.

„Schön. Ich geh auspacken“, meinte sie ernüchtert und stand auf.

„Callie, komm schon“, sagte Coop seufzend und erhob sich ebenfalls. „Wir lieben dich, okay? Wir haben dich vermisst. Du hast dich zwölf Jahre lang auf der anderen Seite des Landes versteckt. Natürlich haben wir Fragen.“

„Ich habe mich nicht versteckt! Ich habe mir ein Leben aufgebaut“, sagte sie gereizt. „Ich habe Finanzmanagement studiert. Ich habe Soziale Arbeit studiert. Ich habe die letzten zehn Jahre ununterbrochen gelernt, damit ich Jugendlichen, die genauso verloren sind, wie ich es damals war, helfen kann. Ihnen ein Zuhause für den Tag geben kann! Das Jugendzentrum ist keine fixe Idee von mir. Es ist ein Ziel, auf das ich hart hingearbeitet habe. Und ich weiß, dass ihr denkt, ich sei zu schwach, um es allein zu schaffen. Aber ihr irrt euch!“

„Niemand von uns denkt das, Callie“, sagte Callum mit seiner ruhigen Stimme. „Wir wollen dich lediglich wissen lassen, dass wir für dich da sind. Egal, welches Problem sich dir die nächsten Monate in den Weg stellt.“

Callie schloss die Augen, nickte und atmete tief durch. „Jungs, ich weiß es zu schätzen, okay?“, sagte sie und zwang sich dazu, ihre Fäuste zu lösen. „Dass ich bei dir wohnen darf, Coop, dass ihr euch um mich sorgt. Dass ihr mich vermisst habt. Ich habe euch auch vermisst. Aber ich muss das hier allein machen!“ Sie streckte den Rücken durch. „Und ihr könnt euch schon einmal an einen Gedanken gewöhnen: Ihr wisst nicht, was das Beste für mich ist. Das weiß nur ich. Und jetzt gehe ich auspacken, bevor ich euch beim Kicker abziehen werde.“

Sie lächelte schwach, drückte Coop, der immer noch leidend aus der Wäsche guckte, kurz an sich und verschwand dann in den kleinen Flur, der vom Wohnzimmer abging und hinter dem sie das Gästezimmer vermutete.

Verborgen vor den Blicken ihrer Brüder blieb sie stehen und schloss die Augen. Einige Momente lang lauschte sie ihrem eigenen Herzschlag und ihrem eigenen Atem.

Es war die richtige Entscheidung gewesen, herzukommen. Coop hatte recht, sie hatte sich in Los Angeles versteckt. Doch damit war jetzt Schluss. Sie hatte schließlich gewusst, dass es nicht leicht werden würde!

Sie öffnete die Augen und verzog das Gesicht. Sie hatte nur ebenso gehofft, dass es nicht so schrecklich schwer werden würde …

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